
Je nach Laune
Wenn geschriebene Musik spontan klingt
Auch dann wenn jede Note festgelegt ist, kann Musik unberechenbar wirken: Impulsiv, widersprüchlich, launisch. Dieses Programm versammelt Werke, in denen Spontaneität aus streng notierter Musik entsteht.
Zwei Sonaten von Ferdinand Rebay in D-Dur sowie die Sonata "in einem Satz" bilden das Zentrum des Programms. Ihre Musik bewegt sich zwischen formaler Klarheit und innerer Expressivität, zwischen kontrollierter Struktur und abrupten Wendungen. Das hier von mir eingespielte Tonbeispiel der Rebay-Sonate in D-Dur gibt einen Einblick in diese ästhetische Spannung.​
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Ergänzt werden sie durch Werke, die das Capriccio in unterschiedlichen Ausprägungen zeigen: als virtuose Geste, als ironischer Kommentar oder als plötzlicher Ausdruck einer Laune. Joaquín Rodrigos Invocación y Danza verbindet rituelle Strenge mit eruptiven Momenten, während Capricen von Giulio Regondi, Mario Castelnuovo-Tedesco und Luigi Legnani mit Erwartungshaltungen spielen und bewusst mit formalen Konventionen brechen.
Eine kurze gemeinsame Hörvorbereitung eröffnet für jeden einen Moment der Aufmerksamkeit, in dem sich musikalische Impulse und eigene Wahrnehmung begegnen. So wird erfahrbar, wie geschriebene Musik im Augenblick überraschend frei und spontan klingen kann.
